Salam Aleikum, Fremder!

Ich hatte ja Bilder versprochen, und da der Männe mich heute nach Fertigstellung der Klamotten dazu genötigt hat für die Fotos nach draußen zu gehen, gibts das Ganze sogar vor netter Kulisse 🙂

Hier einmal die Geschwister Rasin, in besonders finsterer Pose 🙂

IMG_2061#Alles was wir anhaben, außer den Gürteln samt Taschen und den Schuhen, habe ich selbst bemacht. Also zwei Hosen, zwei Tuniken, zwei Mäntel, Schärpen und Turbane. Die Schnittmuster sind größtenteils selbst erstellt, bzw. aus frei erhältlichen zusammengebastelt. Für die Schärpen und Turbane (ich hoffe das ist der korrekte Plural), habe ich Bomull vom bekannten Schweden verwendet und mit Batikfarbe, bzw. Waschmaschinenfarbe gefärbt. Ich bin mit den Farben soweit ganz zufrieden. Die Schärpen wurden gebatikt, was theoretisch dunkelblau sein sollte, wir haben aber viel zu viel Stoff genommen, sodass es jetzt ein fleckiges mittelblau geworden ist. Finde ich persönlich sogar besser, weil sieht gebrauchter aus.

Wenn man das Tuch vor dem Gesicht wegmacht sieht das ganze dann so aus:

IMG_2065#Das einzig schlimme ist jetzt, dass wir für einen glaubhaften „Used-Look“ die Sachen etwas ramponieren müssen. Also her mit Schmirgelpapier, Dreck und co. Mein Schneiderherz blutet etwas, aber was tut man nicht alles für ein authentisches Aussehen.

Ansonsten bin ich unglaublich stolz auf die Sachen und wenn man draußen damit rumläuft und ein bissel Wind geht bauschen die Mäntel richtig schön, das schaut dann schon cool aus.

Radfahren im Regen

Aus gegebenem Anlass ein kurzer Beitrag zu meinem Lieblingtransportmittel… Seit nunmehr über 20 Jahren bin ich egal ob zur Arbeit (früher Schule/Uni) oder zum Einkaufen, ins Kino, Theater,… fast immer mit dem Fahrrad unterwegs. Ich mag die Unabhängigkeit, die mir das Rad bietet und ich genieße es, dass mir beim Fahren der Wind um den Kopf pustet und ich auch Wege fahren kann, die mit dem Auto nicht zugänglich sind. Ich fahre auch bei jedem Wetter, was bei 10 km Arbeitsweg im Winter bedeutet, dass es erstmal recht frisch werden kann. Auch Regen hat mich bislang nie davon abgehalten mich aufs Rad zu schwingen, ich habe Regenkleidung und ich liebe den Geruch von Regen, weshalb ich gerade bei Regen sehr gerne Fahrrad fahre.

Trotzdem verwundert es mich, dass ich regelmäßig mitleidige Blicke ernte, wenn ich auf der Arbeit in strömendem Regen ankomme oder abends nach Hause fahre. Meistens sind diese Blicke kombiniert mit der Aussage „ach du Arme, musst du bei dem Wetter fahren…“. Um das hier mal klar zu stellen: Ich MUSS das nicht! Ich WILL das! Und es macht mir Spaß. Ich habe mich aus freien Stücken dafür entschieden in meinem Leben soweit als irgend möglich auf ein Auto zu verzichten und es geht mir großartig dabei. Natürlich könnte ich mir ein Auto leisten und damit zur Arbeit fahren, will ich aber nicht. Das muss niemand verstehen, aber Mitleid für meine Situation halte ich für völlig unangebracht und ich denke auch, dass mir da einige andere leidenschaftliche Radler aus vollem Herzen zustimmen.

Nach einer wundervollen Regenfahrt gestern musste das mal gesagt werden. Und ja, auch bei Schnee fahre ich, nur bei Glatteis und extremem Sturm nicht, weil das im Wald dann doch etwas gefährlich werden könnte.

Hochrechnen kann funktionieren

Nach einem Monat intensiver Vorbereitung *hüstel* war gestern der 10km Lauf. Das Wetter hatte Samstag abend noch dafür gesorgt, dass ich mit einigen Bedenken eingeschlafen bin und davon geträumt habe, dass es in strömen regnet und ich die 10 km mehr schwimmend als laufend hinter mich bringen muss. Gottseidank war das Wetter gestern dann aber quasi perfekt. Angenehm kühl, keine Sonne, und nur wenige Regentropfen aber eine wunderbar saubere Luft. Da meine Vorbereitung im wesentlichen aus Läufen von maximal 3,5 km bestanden hatte war mein Mann berechtigterweise kritisch, ob ich auch eine so lange Strecke wohl schaffe. Dazu sei angemerkt, dass Kondiktion und ich nicht immer die besten Freunde sind. Ich hatte mich auf meinen kurzen Übungsläufen abundzu gestoppt und kam auf eine Zeit von 9-10 Minuten pro Kilometer. Da das Training von der Anstrengung her ok war hatte ich mir gedacht, das wird schon klappen mit der langen Strecke und wenn ich in der Geschwindigkeit weiterlaufe käme ich auf ca 1,5 Stunden, ein wie ich finde durchaus respektables Ergebnis.

Gestern früh dann war das Aufstehen schon eine Qual und der Gedanke im Bett liegen zu bleiben war verlockend, aber ich habe mich durchgebissen und bin mit der Meute um halb 10 gestartet um die 10 km bis zu Uni zurückzulegen. Die ersten 2 Kilometer waren mäßig ok, ich wollte zuerst Musik hören hab aber letztendlich die Stille des Waldes vorgezogen. Und bei Kilometer 4 (in etwa) passierte es dann tatsächlich, ich hatte meinen Rhythmus. Einatmen vier Schritte, ausatmen vier Schritte… meine Beine sind wie von alleine gelaufen und es hat irgendwie schon fast Spaß gemacht. Zwischendrin waren immer wieder Streckenposten, die einem zugejubelt haben und ich habe sogar Konkurrenzwalker überholt, Unterhaltung hatte ich also genug. Als ich dann um kurz vor 11 durchs Ziel gelaufen bin hätte ich auch noch weitermarschieren können :-).

Ergebnis des Ganzen: Ein verdienter dritter Platz (von 6 😉 ) auf den ich sehr stolz bin und eine Laufzeit von 1:26:55. Wenn man bedenkt, dass es keine individuelle Zeitnehmung gab für den Start war ich also eventuell sogar noch schneller. Ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden und schon auf der Suche nach dem nächsten Lauf für den ich mich anmelden kann.